Die Zeit hier vergeht so schnell.
Schon vor ueber zwei Wochen hat mein Abenteuer begonnen, schon vor genau 20 Tagen bin ich ins Flugzeug gestiegen, mit den Augen voller Traenen un der Ungewissheit, was auf mich zukommen wird. Zwei Wochen, in denen schon so viel passiert ist und trotzdem fuehlt es sich an, als waere es gestern gewesen. Mittlerweile weiss ich, was auf mich zugekommen ist und ich weiss auch, dass es nicht leicht ist. Austauschschueler sein ist nicht leicht. Sein Zuhause, seine Familie, seine Freunde hinter sich zu lassen, um ein voellig neues, total anderes Leben am anderen Ende der Welt neu zu beginnen. Es ist so schwer, das habe ich jetzt gemerkt. Die ersten Tage haben sich noch angefuehlt wie Urlaub. Alles war neu und aufregend, ich hab nicht realisiert, was hier gerade vor sich geht, hab nicht wirklich wahrgenommen, dass ich hier tatsaechlich ein ganzes Jahr bleiben werde. Ich vermisse meine Familie und meine Freunde so sehr! Ich vermisse, mich richtig verstaendigen zu koennen, vermisse die Stimmen, die ich sonst jeden Tag gehoert habe, einfach ihre Anwesenheit. Dass meine Schwester einfach zu mir kommst, obwohl ich grad nicht will, dass sie meine Kleider anziehen will, jeden Mittag wie selbstverstaendlich in mein und nicht in ihr Zimmer kommt. Ich vermisse das Gefuehl, dass da Personen sind, auf die ich mich immer verlassen kann und die fuer mich da sind, wenn ich sie brauche. Das alles fehlt so sehr und ich haette nie gedacht, dass mir das so schwer fallen koennte. Es gibt Momente, in denen ich hier so gluecklich bin, ich mich wohlfuehle und keine Zeit habe, daran zu denken, wie weit und wie lange ich weg bin. Aber es gibt eben auch die Momente, in denen ich alle so vermisse, Momente, in denen ich mich allein fuehle, obwohl ich weiss, dass ich es nicht bin. Meine Familie hier in Panama ist so lieb, alle wollen dass es mir gut geht und ich bin froh, dass ich hier sein darf. Aber es is einfach schwer. Es ist schwer zu wissen, dass ich noch ueber 10 Monate weg sein werde, der Gedanke daran ist manchmal so erschreckend. Ich liebe Panama, wirklich. Die Menschen, das Land, das Wetter. Es ist so toll, aber trotzdem fehlt etwas. Die letzten Tage, die letzte Woche war wirklich hart. Ich bin aufgestanden und hab mich gefragt, warum ich das alles gemacht habe. Aber ich weiss, wielange ich genau dafuer gekaempft habe, wielange ich auf genau dieses Jahr gewartet habe. Und jetzt ist es Zeit, das Jahr zu geniessen und auzunutzten und wie schwer es auch ist, ich weiss, dass ich es schaffen kann. Ich muss aufhoeren, so viel darueber nachzudenken und anfangen, zu akzeptieren, dass ich jetzt hier bin. Ich hab gewusst, dass es nicht immer leicht sein wird und den Anfang habe ich schon ueberstanden! Und es ist auch schon besser geworden, ich versuch, das Beste draus zu machen. La Espigadilla ist auf die Dauer glaub ziemlich langweilig, aber ich hab ja Verwandtschaft zu der ich immer gehen kann, mein Cousin, der bei AFS arbeitet ist so lieb und hilft mir immer, meine Oma troestet mich, wenn es mir schlecht geht und ich Heimweh habe und meine kleine Cousine ist ganz oft da und mit der mach ich was. Ich bin jetzt schon seit einer Woche in der Schule und die ersten Tage waren ziemlich komisch, einfach weil es auch odrtso anders ist. Alle sind total lieb und interessiert, fragen mich Sachen ueber Deutschland und bringen mir Spanisch bei, jeder ruft und pfeift mir hinterher, fremde Leute die ich vorher noch nie gesehen hab fragen mich wie es mir geht und reden mit mir. Jeder kennt meinen Namen, obwohl ich fast keinen weiss, das ist so lustig. Schule ist so anders als in Deutschland. Die meisten Lehrer sind nicht wirklich Lehrer, sondern eher sowas wie Freunde mit denen man Zeit verbringt und erzaehlt, jeder kommt wann er will, es wird mitten im Unterricht durch die ganze Klasse gerufen und die ganze Zeit erzaehlt. Morgen ist ein Fest in der Schule mit einer Miss-Wahl und gestern vor der ersten Stunde war ein kleiner Vorgeschmack darauf. Alle haben getanzt, geklatscht und getrommelt, Fahnen wurden geschwenkt und eine Band war in der Schule und hat Musik gemacht. Die drei Kandidatinnen haben in der Mitte gestanden und gewunken. Einfach so anders im Vergleich zu Deutschland und ich bin mal gespannt auf morgen. Ansonsten mag ich meine Klasse und generell die Leute in meiner Schule echt. Ich kann mich nur nicht so richtig verstaendigen, das ist noch ziemlich schwierig, aber ich merke, dass mein Spanisch von Tag zu Tag besser wird, also hoffe ich, dass sich dass bald aendert. Ich hab nachmittags Schule, das heisst ich bin so gut wie den ganzen Tag dort, und es bleibt keine Zeit um sich waehrend der Woche mit irgendjemandem zu treffen der sonst was zu machen, das ist etwas doof. Letztes Wochenende war ein ziemlich grosses Fest hier in der Naehe mit ganz vielen Wagen, Pferden, Frauen und Kindern in traditionellen Kleidern, ganz viel lauter Musik und ganz anders als ich Feste aus Deutschland gewohnt bin, war echt schoen! Jedenfalls waren dort ganz viele Leute, die einen Ausflug mit AFS gemacht haben und es war echt so schoen alle wiederzusehen. Krissi war auch dabei, das war das Highlight des Tages und ich war so froh, dass ich sie endlich mal wieder gesehn hab, sie in den Arm nehmen und mal wieder mit jemandem richtig reden konnte! Dieses Wochenende ist das Schulfest und dann, Samstag und Sonntag hier in La Espigadilla ein Fest, auf das wir gehen. Naechstes Wochenende wollten wir dann soweit ich weiss auf die Isla Iguana fahren, hoffentlich klappt das! Und meinen tio, also meinen Onkel hier, hab ich schon ueberredet, dass er uns an einem Tag nach Playa Venao faehrt, einen schoenen Strand 1/2 Stunden entfernt von hier, wo man auch surfen kann. Ich bin also voll verplant ;-) Ich versuche meine Zeit hier zu geniessen, ich hoffe, dass ich nicht mehr so viel nachdenke ueber Deutschland, ueber meine Familie, ueber Alles und Jeden, aber das ist echt schwer. Ich vermisse euch alle so sehr und freue mich jetzt schon drauf, euch wiederzusehen, ich zaehle die Tage!
Es tut mir Leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet hab, ich werd vesuchen jetzt oefter zu schreiben!
Bis bald,
fuehlt euch umarmt!
In Liebe, eure Mara ♥
Hier noch ein paar Fotos:
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| Fest in Guarare |
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Laura, Kristin, Max und Ich
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| meine Schuluniform |
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| meine kleine Cousine Hillary, meine Gastschwester Yulissa , mein Cousin Joel und Ich |
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meine Gastoma, meine Gatschwester Yailyn, Hillary und Ich
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