Dienstag, 29. Januar 2013

The tourist takes his culture with him, the traveller leaves his behind. Abenteuer Panama - Sommerferien

Hallo meine Lieben,

Und schon wieder sind ganze zwei Wochen vergangen, ich bin hier bei über 30 Grad, strahlend blauem Himmel und Sonnenschein immer noch mitten in den Sommerferien, die ich natürlich versuche so gut wie möglich auszunutzen und ich genieße einfach, dass ich hier sein darf. Mir geht es super, ich kann reisen, komm ein bisschen in Panama rum und kann mir das Land ansehen, denn dafür bin ich ja auch da! Am 13. Januar bin ich mit Tobias und Jonte, zwei anderen Austauschschülern, die in Penenome wohnen, 7 Stunden nach Volcan gefahren, weil wir dort am nächsten Tag den 3474 Meter hohen Volcan, den höchsten Punkt Panamas, besteigen wollten. Als wir dann mit unseren vollgepackten Rucksäcken in Volcan angekommen sind, war mir trotz langer Hose das erste Mal in Panama ein wenig kalt, weil es in Volcan eindeutig kühler ist, liegt in den Bergen. Eine ganz andere Seite Panamas also, aber genauso schön, mit tollen Landschaften, vielen Flüssen und kleinen Cafes. Natürlich gab es dann erstmal wieder Probleme mit AFS, aber letztendlich bekamen wir dann doch alle die Erlaubnis. Wir haben dann dort zusammen mit noch mindestens 10 anderen Austauschschülern bei Christian, der dort in Volcan wohnt, geschlafen, haben uns auf die Sofas, Betten und auf den Boden gequetscht und am nächsten Morgen um 4 Uhr ging es dann nach 3 Stunden Schlaf los, erst hinten auf dem Pickup mitten in der Nacht bei tollem Sternenhimmel mit 15 Personen zu dem Eingang vom Naturschutzgebiet Volcan Baru und von dort an hieß es dann mit schweren Rucksäcken voller Wasserflaschen und Proviant zu Fuß weiter gehen. Die erste Zeit kamen wir auch recht gut voran, es ging mitten durch den Urwald, steile Pfade, neben denen es einige hundert Meter hinab ging, mit Felsvorsprüngen und riesig großen Wurzeln, an denen wir mit Händen und Füßen hochklettern mussten, und nach einer halben Stunde mussten wir auch schon die erste Rast machen. Die Natur war wirklich atemberaubend und als wir dann auch endlich den Höhepunkt des ersten Berges erreicht hatten, war die Aussicht schon so wunderschön.
die Aussicht von oben
Dann ging es aus dem Urwald raus und wir mussten aus steinigem Geröll weiterlaufen, dazwischen überall Büsche, und wir mussten wahnsinnig aufpassen, um nicht abzurutschen. Das alles hört sich harmlos an, aber man muss es selbst erlebt haben um es verstehen zu können.
Wir quälten uns das letzte Stück den Berg hinauf und ich war so erleichtert, als wir dann nach 1700 Höhenmetern, die wir beklungen haben und 8 Stunden, die wir bis dorthin gebraucht haben, endlich den Gipfel erreicht haben. Und es war wirklich atemberaubend! Wir haben uns über den Wolken befunden, wir sind dorthin selbst gelaufen, bzw geklettert, das war ein tolles Gefühl! Dort oben gab es bis auf eine Polizeistation nichts und sobald die Sonne weg war, wurde es richtig kalt, in der Nacht wurde es bis zu Minusgraden. Erst hieß es dann, wir sollen draußen auf dem Boden schlafen, bis wir in einem kleinen Raum für 2 Dollar auf Pappkartons auf dem Bosen schlafen konnten. Eng aneinander gepresst lagen wir dann dort, in der Nacht wurde es fast genauso kalt wie draußen. Um 6 Uhr morgens sind wir aufgestanden um den Sonnenaufgang sehen zu können und ich war so erleichtert, als die Sonne dann endlich da war und es ein wenig wärmer wurde! Allein um das sehen zu können hat es sich gelohnt, das alles auf mich zu nehmen. Über dem Wolkenmeer konnten wir neben dem wunderschönen Sonnenaufgang, auch beide Ozeane, den Atlantik und den Pazifik sehen. Der einzige Ort der ganzen Welt, an dem man das sehen kann, ein richtig tolles Gefühl und das atemberaubenste, das ich in meinem Leben je gesehen habe!


Gegen 9 Uhr machten wir uns auf den Weg und es ging all das, was wir am Vortag so hart hochgestiegen sind, auch wieder runter. Diesmal war es natürlich nicht ganz so anstrengend, es ging bergab und alles war viel leichter, aber ich hatte Muskelkater am ganzen Körper und meine Füßen haben schrecklich weh getan. Nach 5 Stunden und wenigen Pausen kamen wir dann endlich unten an, dort, wo wir einen Tag zuvor gestanden haben und noch nicht wussten, was alles auf uns zukommen wird. Wir sind totmüde ins Gras gefallen, haben uns hinter einen Stein gelegt und konnten alle so stolz auf uns sein, es geschafft zu haben und das war ich auch! Noch nie zuvor habe ich etwas so anstrengendes in meinem Leben gemacht und noch nie zuvor habe ich etwas so wunderschönes und atemberaubendes gesehen, und dafür hat sich alles gelohnt!
ganz dort oben waren wir!
Danach sind wir mit dem Taxi zu Christian gefahren, um noch eine Nacht bei ihm zu übernachten. Am nächsten Morgen tat mir dann wirklich alles weh und ich hab Muskeln an meinem ganzen Körper gemerkt, von denen ich nicht mal wusste, dass sie existieren. Trotz allem bin ich dann gegen Mittag mit Christian, Jonte und Tobi mit dem Bus zu Cerro Punta gefahren, dem höchst gelegenen Dorf in Panama, richtig schöne Natur, viele Berge und Flüsse. Dort haben wir dann Erdbeeren und Eis gegessen, dass es dort gab, und sind danach nach David gefahren, um Kristin und Laura zu treffen. Also nochmal Bus, aber es hat sich gelohnt! Endlich habe ich meine Krissi nochmal gesehen und konnte sie nach viel zu langer Zeit endlich mal wieder in den Arm nehmen! Wir sind dann zusammen essen gegangen und haben danach den Bus nach Puerto Armuelles genommen, eine kleine Hafenstadt ganz am Ende von Panama. Dort bin ich mit zu Kristin nach Hause gegangen und habe die nächsten 3 Tage bei ihr verbracht. Am nächsten Tag sind wir mit der Familie von Laura an einen Strand nur einige Kilometer entfernt von Costa Rica gefahren und haben dort den Nachmittag verbracht.Abends sind wir noch kurz in den Stadtpark und danach auf ein Baseball-Spiel von dem Bruder von Krissi, war ganz lustig das mal zu sehen. Am nächsten Tag war ich dann einkaufen mit Kristin und wir haben Spagetti mit Tomatensoße und Parmesankäse und deutschem Salat gemacht, das tat richtig gut mal was andres als Reis zu essen! ;) Danach sind wir noch an den Strand von Puerto Armuelles, haben Fotos gemacht und abends wieder auf ein Baseballspiel.
Am nächsten morgen haben wir uns schon um halb 5 Uhr morgens getroffen und sind mit dem Bus nach Santiago gefahren, auf eine Feier von AFS, auf die alle Austauschschüler aus ganz Panama gekommen sind. War schön, alle nochmal wiederzusehen, und die meisten haben etwas vorgetanzt, nur wir natürlich nicht ;) Wir waren im Pool, haben erzählt und gelacht, meine Gastfamilie ist auch gekommen, die ich dann wiedergesehen habe und gegen Abend sind wir nach Hause gefahren. Alles in allem waren die Tage wirklich gut, einfach mit dem Rucksack ein paar Tage los, um etwas zu sehen und zu reisen und wäre da nicht AFS und wäre ich schon 18 würde ich das einfach die ganze Zeit so machen, aber das ist ja leider nicht so einfach. Es war auf jeden Fall trotzdem richtig schön und ich sehe immer mehr von Panama! :) Wenn ich zurück in Deutschland bin werde ich mir auf jeden Fall vornehmen, mehr von Deutschland zu sehen, mehr von der Welt zu sehen! Denn was sind schon 8 Stunden mit dem Bus, wenn man sich dafür etwas ansehen kann, was man vorher nicht gesehen hat? Ich will die Welt kennenlernen, möchte so viel wie möglich sehen, mein Leben geniessen, das ist mir hier so bewusst geworden. Ich lebe schließlich nur einmal, YOLO!
Letzten Mittwoch bin ich dann mit dem Bus nach Chitre gefahren, um das Paket, das mir meine Familie aus Deutschland geschickt hat, abzuholen und ich hab mich riesig gefreut! Creme, deutsche Schokolade, ein Buch zum Spanischlernen, Weihnachtsdeckchen und einen Brief von meiner Oma, Gitarrennoten, ein Bild, das meine Schwester gemalt hat und einen zuckersüßen Brief von ihr, bei dem ich wirklich weinen musste, als ich ihn gelesen habe. Ein kleines Stückchen Heimat, hier am anderen Ende der Welt und ich vermisse meine Süßen zu Hause wirklich. Wirklich süß! Das ist tatsächlich eines  der wichtigsten Dinge, die ich hier gelernt habe: wie sehr ich meine Familie und die Menschen, die mir wichtig sind, brauche und wie froh ich sein kann sie zu haben und ich bin mir sicher, dass alles anders sein wird, wenn ich wieder da bin, einfach weil meine Ansicht von allem sich total geändert hat. Und ich bin so froh, eine Familie und Freunde in Deutschland zu haben, die mich lieben und ich freue mich so, bald alle wieder in den Arm schließen zu können! Am nächsten Tag ging es dann ab nach San Blas, aber das kommt dann im nächsten Post, zu viel um noch alles aufzuschreiben.
Ich hoffe euch geht es allen gut und ihr seit wegen dem Wetter und der Kälte nicht allzu deprimiert! Das Problem hab ich zum Glück nicht, und trotzdem fehlt mir Schlittenfahren, Schneemann bauen und Schneeballschlacht mit meiner süßen kleinen Schwester so sehr! Nächstes Jahr dann wieder, ich freu mich jetzt schon drauf!
Bis dahin, alles Liebe aus dem sonnigen Panama!

eure Mara 


noch ein paar Fotos mehr:




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